Donnerstag, 1. Dezember 2016

Zu die Bude.

Die alten Fensterläden hatten es deutlich hinter sich. Das gesamte Holz war gammelig und morsch. Es wäre nur noch eine Frage der Zeit gewesen, bis die Fensterläden von selbst abgefallen wären. Und einen richtigen Wetterschutz liefern sie so auch nicht.
Also ran an den Feind und neue Fensterläden gebaut!



Zunächst einmal habe ich im Baumarkt Holz gekauft. Ich wollte eine simple Variante bauen, ohne großen Konstruktionsaufwand. Ich habe mich für Fichtenholz Profilbretter entschieden. Diese sind verhältnismäßig günstig und leicht zu bearbeiten.

Als Querfries habe ich ein einfaches gehobeltes Brett gekauft. Als Querfries bezeichnet man die Bretter, die, wie der Name schon sagt, Quer auf den Fensterladen aufgeschraubt werden, um diesem die Stabilität zu geben.

Die Ladenbänder, also quasi die Schaniere und die Kloben, das sind die Aufhängungen an der Wand, waren noch in Ordnung und haben nur einen frischen Anstrich bekommen. Hiermit sollte man auch anfangen, denn bei vernünftiger Farbe dauert die Trocknung verhältnismäßig lange. Ich verwende gerne die Metallschutzlacke der Firma Hammerit. Hiermit habe ich bislang sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Dosen sind nicht gerade ein "Schnapper" aber man hat für viele Jahre Ruhe und muss meist keine aufwändigen Vorarbeiten erledigen.


Danach geht es ans Konstruieren. Vorher empfiehlt es sich genau zu messen. Denn hinterher etwas "dranschneiden" wird meistens schwer. Man misst zunächst die lichte Weite des Fensters. Also quasi die Länge zwischen den beiden gemauerten Seitenwänden und zwischen Oberkante und Fensterbank. Wir messen hier die lichte Weite, da wir in die Leibung einschlagende Fensterläden bauen wollen. Bedeutet, dass Fensterläden und Wand am Ende eine glatte Fläche bilden. Das hat bei mir den Vorteil, dass der Regen nicht hinter die Fensterläden laufen kann.

Ich streiche zuerst immer das Holz. Alles was nach dauerhaft draußen sein soll, braucht meist zwei Anstriche, damit es dauerhaft gut geschützt ist.






Die Trocknungszeit kann man dann sinnvoll nutzen. Mittag! ;)



Dann muss man alle Bretter auf Maß schneiden. Von den gemessenen Werten ziehen wir rundrum etwa 3mm ab. Denn diesen Platz brauchen wir, damit sich die Fensterläden später öffnen/schließen lassen. Außerdem arbeitet Holz ein wenig, sodass wir diesem Umstand Rechnung tragen müssen.
Nachdem das Profilholz auf eine einheitliche Länge gesägt ist, verbindet man es auf der Rückseite mit einem einfachen Brett, damit die einzelnen Bretter nicht wieder auseinander fallen. Keine Angst, das Brett kommt später wieder ab...
Jetzt kann man schon deutlich erahnen, was es werden soll:

 
Das eine helle Brett habe ich nur zur besseren Darstellung dran gelassen..... pff. ;) Dann habe ich an beiden Längsseiten noch die Nut bzw. Feder abgeschnitten.
Dann werden die beiden Fensterläden zu einem Fensterladen zusammengeschraubt. Auch hier nehmen wir wieder ein Brett und verbinden die beiden Werkstücke. Jetzt haben wir einen großen Fensterladen. Es empfiehlt sich, dass man zwischen die beiden Fensterläden einen kleinen Abstandshalter einfügt. Zum Beispiel eine dünne Unterlegscheibe oder etwas in der Richtung. Das garantiert uns, dass wir später die Fensterläden entspannt öffnen und schließen können, ohne dass die einzelnen Seiten zu sehr auf Spannung sind im geschlossenen Zustand.
Und jetzt rein ins Fenster:




 Oben und unten kann man nun mit kleinen Keilen den richtigen Abstand anpassen. Wichtig ist, dass man rundrum die oben erwähnten 3 mm Platz lässt, damit das Fenster nirgends schleift.
Als nächstes hängen wir die Ladenbänder ein und legen sie auf unsere Fensterläden. So können wir genau anzeichnen, wo wir unsere Löcher bohren müssen. Denn so stellen wir den geschlossenen Zustand nach. Wenn wir jetzt genau arbeiten, dann werden die Fensterläden auch genau so im Fensterrahmen sitzen.





Nachdem die Bohrlöcher angezeichnet sind, bzw. auch der Sitz der Ladenbänder angezeichnet ist geht es weiter mit dem Querfries.
Denn der Querfries sollte logischerweise auf gleicher Höhe mit den Ladenbändern sitzen, damit wir die Ladenbänder vernünftig fest ziehen können.

Der Querfries wird unterstützt von einem Diagonalfries, welcher nochmals Stabilität bringt.





Wenn der Querfries aufgeschraubt ist, können auch die oben erwähnte "Hilfs-Bretter" wieder runter. Somit sind wir jetzt kurz vor der Fertigstellung. Die Löcher werden an der angezeichneten Stelle gebohrt. Dann stecken wir Schlossschrauben 6x50 durch und schrauben das Ladenband auf dem entsprechenden Fensterladen fest.
Dann wird alles eingehängt. Nochmals überprüfen ob auch nichts schleift. Falls doch, dann dürfte es sich maximal um wenige Millimeter handeln. Dazu muss dann nochmal das Schleifpapier ran. Am Ende nicht den finalen Anstrich vergessen, damit alles möglichst lange hält.



Wer es jetzt noch richtig dicht machen will, der versieht den umlaufenden Freiraum zwischen Fensterladen und Mauerwerk mit einem Dichtband. Ich denke aber, dass dieser Aufwand für eine Gartenhütte zu hoch ist. Außerdem muss man noch einen Riegel anbringen, sodass sich die Fensterläden verriegeln lassen und nicht durch den Wind aufgestoßen werden.



Zusammenfassung:
Materialkosten etwa 50,- Euro
Arbeitszeit zwei Nachmittage, je nachdem wie begabt man ist
Freude bei der Fertigstellung unbezahlbar... ;)




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